– Ein Gastbeitrag von Anne Jansson –

Intuitiv Essen, ohne großes Nachdenken einfach spüren, was Du brauchst. Ohne äußere Regeln und Einschränkungen dem Körpergefühl vertrauen UND damit richtig liegen…

Ein Traum? Mit Ayurveda ist das möglich. Allerdings sind dahin ein paar Schritte zu gehen, die ich Dir im Folgenden erkläre.

Meine Geschichte mit dem intuitiven Essen

Wie sehr habe ich mich danach gesehnt: Endlich wieder „einfach so“ essen, wonach mir ist. Spüren, was gerade richtig ist. Intuitiv essen und leben.

Wie so viele von uns hatte ich das komplett verlernt. Obwohl ich nie zu dick war, hatte ich mich von Trends beeinflussen lassen. Iss dies und das, vermeide jenes. Ich habe kopfgesteuert gegessen. Aha, das wirkt am „gesündesten“, das nehme ich. Nicht mehr: Ach, darauf habe ich Lust. Ich wusste nicht einmal mehr, worauf ich Lust hatte.

Meine Reise zu mir

Vor einigen Jahren habe ich dann eine Entwicklung „hin zu mir“ durchgemacht. Immer mehr weg von gesellschaftlichen Normen, immer mehr hin zu dem, was ich BIN, was in mir ist, was in die Welt will. Ich habe begonnen, meine Intuition wieder zu entdecken. In vielen Gebieten hat das funktioniert. Beim Essen nicht.

Warum das so war, habe ich erst mit Ayurveda verstanden. Hier erkläre ich es Dir.

Geschmack im Ayurveda

Jeder Substanz, also Nahrungsmitteln, Getränken, Kräutern, Ölen und so weiter werden im Ayurveda bestimmte Geschmacksrichtungen zugeordnet. Deren Bedeutung ist viel größer als die der Geschmäcker nach westlichem Verständnis. Die ayurvedischen Geschmacksrichtungen erklären einen Großteil der Wirkung einer Substanz. Sie sind

Die Wirkung der ayurvedischen Geschmacksrichtungen

Jede Geschmacksrichtung hat entweder eine balancierende, ausgleichende (-) oder eine Ungleichgewicht verstärkende Wirkung (+) auf jedes Dosha. Ich stelle dies in der folgenden Tabelle dar:

Also beispielsweise gleicht die Geschmacksrichtung bitter einen Pitta– und Kapha-Überschuss aus, verstärkt aber eine Vata-Inbalance.

Die Rolle unserer ayurvedischen Balance

Wenn Du ungefähr in Deinem Gleichgewichtszustand bist, also Deine aktuelle Konstitution Deiner Grundkonstitution (Prakriti) entspricht, hast Du normalerweise Lust auf die Lebensmittel und Aktivitäten, die die dominanten Doshas in Deinem Prakriti ausgleichen.

Was heißt ungefähr im Gleichgewicht?

Ganz in Deiner ursprünglichen Konstitution bist Du fast nie. Alle möglichen Einflusse, die Jahreszeit, Tageszeit, das Wetter, Klima, Deine Aktivitäten, Deine Umgebung, Dein Tagesrhythmus, Deine Nahrung, Gefühle und so weiter sind von bestimmten Doshas geprägt und beeinflussen daher Deinen aktuellen Zustand, Dein Vikriti.

Wenn über längere Zeit hinweg immer wieder dieselben Einflüsse Deinen ayurvedischen Zustand in eine bestimmte Richtung verschieben, bist Du aus Deiner Balance geraten. Dann treten Symptome auf.

Ein Beispiel

Du bist ein PittaVataVataVataVataVataVataVataVataVataVataVataVataVataVataVata-Typ und stresst Dich täglich mit viel zu vielen Aufgaben und Veränderungen. Dann verschiebt sich Deine Balance und Du bekommst irgendwann Vata-Symptome wie Schlaflosigkeit, Blähungen, trockene Haut und so weiter.

Das Ziel ist im Ayurveda immer eine dynamische Balance um Deinen Gleichgewichtszustand. Du kannst das mit einem Surfer vergleichen!

Die Rolle der Intuition im Ayurveda

Ayurveda sagt: Wenn Du nicht weit von Deiner Grundkonstitution, dem Prakriti, entfernt bist, hältst Du diese Balance intuitiv aufrecht.

Als Beispiel: Du bist ein VataPitta-Typ und aus ayurvedischer Sicht ungefähr ausgeglichen. Dann tun Dir Lebensmittel mit der Geschmacksrichtung süß besonders gut, da sie beide Doshas ausgleichen. Das sind beispielsweise gute Getreide, Öle, Nüsse, süße Früchte und milde Gemüsesorten.

Ausgangssituation Gleichgewicht

Wenn sich dann aufgrund von Hitze oder Stress Dein Pitta ein wenig erhöht, solltest Du automatisch Lust auf bittere Lebensmittel bekommen, um wieder in Deinen Gleichgewichtszustand zu kommen.

Warum? Wenn Deine Doshas weitgehend ausgeglichen sind und Du in einer dynamischen Balance um Deinen Gleichgewichtszustand lebst, ist Deine Zellintelligenz optimal ausgeprägt, und Du kannst Deinem Gespür vertrauen.

Ausgangssituation Ungleichgewicht

Wenn dies nicht der Fall ist, also wenn Du in einem stärkeren und länger andauernden Ungleichgewicht bist, kann dieses Gespür verloren gehen. Es geht auch dann verloren, wenn Du schon lange Zeit so strikt nach Diätregeln lebst, dass Du verlernt hast Dich zu spüren.

Wenn Frauen beispielsweise hungern, um schlank zu werden oder zu bleiben, kann dies das Pitta-Dosha stark erhöhen. Dann kann es sein, dass sie starke Lust auf scharfe Lebensmittel bekommen, die dieses Ungleichgewicht noch erhöhen.

Anders herum haben Menschen mit starkem Kapha-Überschuss oft viel Lust auf Süßes, was das Ungleichgewicht noch verstärkt.

Pitta Vata Kapha
Was tun? Meine Methode umfasst drei Schritte:

1. Ungleichgewicht erkennen

2. Ungleichgewicht ausgleichen

3. Intuition schulen mit den 5 Elementen

1. Ungleichgewicht erkennen

Dieser Schritt erfordert in der Regel professionelle Hilfe. Ayurveda-Ärzte, -Coaches oder -Berater können anhand von Beobachtungsgabe und geeigneter Fragen bestimmen, was für ein Ungleichgewicht bei Dir vorliegt. Dies ist immer in Relation zu Deiner Grundkonstitution zu sehen.

Wenn beispielsweise Deine Grundkonstitution KaphaVata ist, ist ein hoher Kapha-Anteil bei Dir normal und wünschenswert, während einer bei einem Pitta-Typen ein Zeichen für ein Ungleichgewicht wäre.

2. Ungleichgewicht ausgleichen

Dafür schlägt Dir Dein Ayurveda-Coach je nach Art des Ungleichgewichts verschiedene Abhilfen vor. Ich schaue immer, was im Alltagsleben meiner Klientinnen gut machbar ist. Klar wäre eine ausgiebige Morgenroutine in vielen Fällen hilfreich, aber wenn keine Möglichkeit dazu besteht, finden wir andere Lösungen.

Ayurvedische Maßnahmen zum Ausgleich sind beispielsweise:

  • Bestimmte Arten von Bewegung

  • Meditation

  • Frischluft

  • (Selbst-)Massagen
  • Aromaöle
  • Geeignete ayurvedische Ernährung

  • Geeignete Getränke

In dieser Phase ist es wichtig, den Ratschlägen Deines Coaches möglichst weitgehend zu folgen. Solange ein starkes Ungleichgewicht vorliegt, ist das intuitive Essen aus ayurvedischer Sicht noch nicht möglich.

Wenn sich Deine Doshas dann langsam ausgleichen, wirst Du mehr und mehr spüren, wie Dir die vorgeschlagenen ayurvedischen Maßnahmen gut tun! Und sobald Du in einer dynamischen Balance um Deinen Gleichgewichtszustand herum angekommen bist, kannst Du mit Schritt 3 starten!

3. Intuition schulen

Ein dynamisches Gleichgewicht bedeutet, dass die Abweichungen von Deinem Prakriti nur klein und vorübergehend sind. Dennoch sind solche Abweichungen die Normalität. Die Jahreszeiten, das Wetter, Deine Nahrung, bestimmte Begegnungen, Gefühle und Aktivitäten beeinflussen die Doshas in Dir und damit Dein Vikriti, Deine aktuelle ayurvedische Konstitution.

Intuitiv leben, nicht nur intuitiv essen

Intuitives Essen im Sinne des Ayurveda bedeutet, dass Du spürst, welche Lebensmittel Dich in diesem Moment wieder näher an Dein Prakriti also Deine Grundkonstitution, führen. Nicht nur das: Du spürst auch, ob Du besser kalt oder warm essen und trinken solltest, wie viel und welche Bewegung Dir gerade gut tut und ob jetzt gerade eine Entspannung angesagt ist.

Jetzt ist Deine Lernbereitschaft gefragt!

Wenn Du dort noch nicht angelangt bist, empfehle ich Dir meine Methode der 5 ayurvedischen Elemente. In diesem Blogartikel kannst Du darüber lesen. Du brauchst dafür ein Notizbuch, einen Alarm (z. B. den Deines Mobiltelefons) und etwas Disziplin.

Check-Ins zwischendurch

Du stellst den Alarm auf 5 verschiedene Zeiten während des Tages, beispielsweise direkt beim Aufstehen, einmal vormittags, vor dem Mittagessen, einmal nachmittags und nach dem Abendessen. Das variierst Du so, wie es in Deinen Alltag passt.

Wenn Dein Alarm losgeht, machst Du eine kleine Pause, nimmst ein paar tiefe Atemzüge und spürst in Dich hinein.

  • Welche Elemente herrschen gerade in Dir vor?

  • Ist Dir heiß? Fühlst Du Dich gerade wütend, extrem ehrgeizig oder übersäuert? Das deutet auf das ayurvedische Feuerelement hin.

  • Fühlst Du Dich schwer und hart? Da könnte ein Überschuss am ayurvedischen Element Erde vorherrschen.

  • Hast Du das Gefühl zu „schwimmen“? Zu wenig Entschlossenheit und Festigkeit in Dir zu haben? Zu viel Weichheit? Das deutet auf das ayurvedische Element Wasser hin.

  • Brauchst Du „Erdung“? Fühlst Dich zu flatterig, nervös, ängstlich? Jetzt wäre es sinnvoll, Luft oder Äther auszugleichen.

Check-Ins nach den Mahlzeiten

Nach Deinen Mahlzeiten nimmst Du ebenfalls Dein Notizbuch zur Hand. Notiere, welche Lebensmittel die Elemente in Dir auf welche Weise beeinflusst haben.

Eigene Erfahrung statt Leben nach äußeren Regeln

Ich empfehle Dir aber, alles an Dir selbst zu testen, da jeder ein wenig anders reagiert und ich mir wünsche, dass Du unabhängig von äußeren Regeln und Listen lebst und Deine eigene Expertin wirst. Du wirst sehen, es ist auf Dauer einfacher.

Wenn Du diesen Prozess ein paar Wochen durchführst, entwickelst Du das Gespür, das Du brauchst, um intuitiv zu essen und zu leben.

Und wenn Du Dir dafür Unterstützung wünscht, melde Dich bei mir.

So kann ich Dir helfen

Ich analysiere mit Dir Deine Grundkonstitution, Deine aktuelle Konstitution und Deine Ziele. Dann legen wir gemeinsam Schritte fest, die in DEIN Leben passen und Dich wieder so weit in Deine Balance bringen, dass Du danach leicht und intuitiv leben kannst. Du kannst Dich hier für ein kostenloses und unverbindliches Vorgespräch anmelden.

Für noch mehr Tipps besuch mich auch auf

Ich freu mich auf Dich!

Categories: Ernährung

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